Vom Anfang und Ende

Vielleicht hast du bereits mitbekommen, dass wir derzeit Zuwachs haben: zuckersüsse kleine Küken! Vielleicht hast du auch meinen Aufruf gelesen und mit mir mitgefiebert? Die Geschichte fing so schön an…

Ellie war gluckig und saß auf einer Auswahl an Eiern, gelegt von unserer eigenen Truppe. Die Freude war groß, als wir beim Schieren gesehen haben, dass einige davon sich tatsächlich entwickeln. Gustaf wird Papa 🙂

Nach 2 Wochen wurde es jedoch ein wenig komisch. Ellie hat alle paar Tage ein Ei aussortiert. Entweder hatte es ein Loch oder sie hat es kaputtgesessen. Irgendwann waren es nur noch 5 Eier, machte aber nichts, denn ein einziges Ei war definitiv noch befruchtet und das Küken war kurz davor zu schlüpfen.

Wenn du dich erinnerst, war es bis vor einer Woche unerträglich heiss. Hennen sitzen für gewöhnlich 21 Tage auf ihren Eiern und brüten. Ab Tag 19 heisst es, könne man die Küken Piepsen hören. Tatsächlich habe ich auch ein Piepsen gehört und habe mich riesig gefreut! Endlich!! Kükies 🙂 Ich war mir nur nicht mehr sicher, ob ich die Tage richtig gezählt habe, da eine Henne ständig von mir unbemerkt Eier mit ins Nest gelegt hatte.

Letztes Wochenende sind wir unterwegs gewesen und so musste ich Svea beauftragen nach dem Ei zu sehen. Am Samstag war es kurz mal etwas spannend, aber das Ei piepste nicht mehr.

Svea hat netterweise eingewilligt das Küken etwas zu unterstützen indem sie die Schale an einer kleinen Stelle aufmacht. Die Nachricht die mich danach erreicht hat war nur leider gar nicht das, was ich gerne hören wollte 🙁

Aufgrund der Hitze war das Küken wohl sehr geschwächt und hat es nicht geschafft, die Schale aufzupicken. Der Horror an der Sache war, dass es gelebt hat. Ich habe das Küken lautstark piepsen hören. Es wollte da raus! Ich habe versucht mich nicht einzumischen und habe mit meiner „Abwesenheit“ sein Todesurteil besiegelt. Das arme Baby hat seinen Anfang und sein Ende in diesem Ei gefunden, ohne je einen Tag auf dieser Welt spaziert zu sein.

Dieser Gedanke hing mir so sehr nach. Natürlich ist das die Natur und der Lauf der Dinge und man muss sich auch mit diesem Thema befassen, jedoch hätte ich nicht gedacht, dass es so schnell passiert und schon gleich gar nicht, dass ein so unschuldiges kleines Wesen dem zum Opfer fallen würde. Das kleine Küken hatte noch nicht eine Chance gehabt..

Nachdem Ellie noch immer sitzen geblieben ist und wirklich der Meinung war, da passiert jetzt noch etwas, musste ich dringend handeln. Sie war am Ende ihrer Kräfte und musste aus dieser Brutstarre heraus.

Kurzerhand habe ich auf der Heimreise am Sonntag ein paar frisch geschlüpfte Küken lokalisieren können. Als wir zu Hause ankamen, habe ich mich noch einmal ins Auto gesetzt und bin eine Stunde weit gefahren um sie abzuholen. Nach einer weiteren Stunde mit Küken im Auto waren wir endlich wieder zu Hause. Es war inzwischen 22 Uhr.

Nachdem die Küken bereits am Tag geschlüpft waren, brauchten sie eine Stärkung, bevor es unter die Mama ging. Ellie’s natürliche Uhr würde ihr sonst sagen, dass die kleinen ganz frisch sind und würde nicht mit ihnen zum Wasser gehen.

Glücklicherweise hat Ellie die kleinen Kükies sofort akzeptiert und saß ganz beseelt auf ihnen. Seitdem sind 7 Tage vergangen und die kleinen Wesen regieren mittlerweile den kleinen Auslauf. Sie flitzen herum und piepsen und Ellie hat ordentlich zu tun mit ihnen. Ende gut, alles gut – hoffentlich!

Noch müssen sie heranwachsen zu eigenständigen und überlebensfähigen Jungvögeln! Wir sind gespannt, wer und was aus ihnen wird 🙂

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