Liebe Steffi, wie vermeide ich Burnout?

Burnout betrifft viele kreative Selbstständige. Die ersten Anzeichen werden oft ignoriert. Ich teile meine 5 besten Tipps um Burnout vorzubeugen. 

Boom, Baby! Damit hast du jetzt nicht gerechnet, oder? Keine Sorge, es geht mir gut! Aber dieses Thema ist mir in meiner Laufbahn schon etwas näher begegnet und mir blutet das Herz, wenn ich Hilferufe wie diesen bekomme. Ich hätte damals auf meine Intuition und meinen Körper hören müssen, bevor es so weit kam, aber ich habe alle Anzeichen ignoriert.. 

Während ich 40 Stunden in einem Büro gearbeitet habe, musste ich die restliche Zeit zwischen einer Beziehung, einer beginnenden Selbstständigkeit, meinen Pferden im DIY Stall, Skye, dem Haushalt und meiner Master Thesis aufteilen. Safe to say: Langsam aber sicher schlich sich ein kleiner Elefant in den Raum..

Ich konnte nicht mehr als 4h pro Nacht schlafen, hatte keinen Appetit, Konzentration war unmöglich und Zeit Mangelware. Ich war permanent nervös, hatte Panikattacken und war gefangen in meinem Alltag. Als einzige Lösung für mein Problem sah ich eine Steigerung meiner Arbeitsleistung. 

Merkst du, wie verrückt das klingt? Wie soll ich denn ohne Reserven, ohne Zeit und ohne Energie überhaupt noch irgendwas zustande bringen? Der Prozess, raus aus dieser Loop zu kommen, war nicht leicht und hat mich mehr gekostet als ich zunächst erkennen konnte.

Dieses Thema ist zwar sehr persönlich, aber es liegt mir am Herzen, dir zur Seite zu stehen und dich wissen zu lassen, dass du nicht alleine bist. Ich habe mich damals so einsam und allein auf dieser Welt gefühlt. Das hätte nicht sein müssen.

Heart to heart! Ich habe das Rad nicht neu erfunden, aber ich weiss, dass meine 5 einfachen Tipps dir helfen können und werden, wenn du sie befolgst. Ich habe es auch damit geschafft!

Struktur

Wann genau beginnt deine Arbeit? Wann endet sie? Welche Aufgaben fallen in deine Arbeitszeit? Welche Aufgaben fallen in deinen Arbeitsbereich? Welche nicht?

Versuche deinen Tag routiniert zu gestalten. Routine hilft um abzuschalten, wenn du dir offiziell „frei“ gibst.

Stehe zur selben Zeit auf. Gestalte deine eigene Morgenroutine, die dich motiviert und gut in den Tag startet, egal ob es mit einer Dusche, Yoga, einem lazy breaky oder einer Tasse Kaffee ist!

Fange zur selben Zeit an zu arbeiten, am besten an einem eigens dafür vorgesehenen Ort. Höre zur selben Zeit auf zu arbeiten und lass die Arbeit bis zum nächsten Arbeitstag liegen. Stelle dir einen Timer für bestimmte Aufgaben und halte dich daran.

„Selbst & ständig“ muss nicht sein! Du kannst nämlich keine gute Arbeit leisten, wenn du keinen Überblick mehr hast! Das betrifft nicht nur Selbstständigkeit oder reine Zeit am Schreibtisch, sondern auch andere Jobs oder größere Aufgaben.

Schaffe eine Struktur für deinen Tag und halte dich daran!

Pause

So ein schönes Wort, dass so viele schöne Dinge impliziert.. Soooo schwer zu realisieren. Dabei ist Pause machen so wichtig für dich, gerade jetzt!

Tu dir selbst einen Gefallen und mach Pause, wenn der Timer sagt es ist Zeit. Wenn nötig, dann geh einmal um den Block um den Kopf frei zu bekommen oder leg dich in die Badewanne – ohne Laptop oder Smartphone. Es ist wichtig, nicht immer erreichbar zu sein und zu merken, dass die Welt nicht untergeht in der Zwischenzeit.

Gönn dir etwas Schönes. Geh mit deinen Freunden Kaffee trinken oder lese das Buch, dass du schon länger rumliegen hast, schenke deinem Garten ein wenig Aufmerksamkeit oder geh mit deinem Hund eine Runde (ohne Smartphone!) spazieren.

System/Automatismus

Falls du noch keine Systeme/Automatismen in dein Business integriert hast, dann werden sie deine neuen besten Freunde.

„Posting Anxiety“ auf Social Media ist wirklich ein Ding! Die Menschen, denen das zu schaffen macht, haben Angst nichts aussagekräftiges zu posten. Sie haben Angst sie bekommen nicht genügend Likes oder Follower und sind ständig damit beschäftigt, diese zu zählen und zu analysieren. Teilweise löschen sie Beiträge, weil sie sich dafür schämen wie wenige Herzchen oder Daumen diese haben oder weil komische Kommentare darunter standen, die sie unsicher machen. Falls dir das bekannt vorkommt, listen up:

Da Social Media mittlerweile zum Business gehört wie Email und Co, und wir uns auch nicht mehr davor verstecken können, müssen wir uns damit anfreunden. Simples. Anstatt dir Sorgen zu machen, kannst du an einem Tag der Woche 1-2h damit verbringen, effektiv und gezielt deinen Content zu planen.

Die einfachste Methode ist über eigens dafür vorgesehene Apps. Einige davon posten für dich deine geplanten Beiträge, ohne dass du überhaupt einen Finger krumm machen musst.

Auf Facebook Business Seiten kannst du aber auch direkt Beiträge planen. Instagram lässt dich Beiträge entwerfen und speichern. Diese Entwürfe sind dann abrufbar, wenn du sie brauchst. Verschwende nicht den ganzen Tag damit sinnlos zu scrollen.

Grenzen

Das Wort „nein“ ist nicht dein Feind. Es ist sooo wichtig Grenzen zu haben und diese zu verteidigen. Andernfalls häuft sich die Arbeit und du wirst dich kaum mehr vor ihr retten können. Dein Berg ist schon groß genug momentan. Trau dich nein zu sagen, wenn es dir zu viel ist! Lass dich nicht von ihm erdrücken. „Nein“ kann dein bester Freund sein, der dich beschützt!

Hilfe

REACH OUT! 

My friend, du hilfst niemandem, wenn du nicht auf dich selbst achtest. Wenn es Dinge gibt, die du abgeben kannst, dann tu es! Frag nach Hilfe!

Sei ganz ehrlich: welche Aspekte deiner Arbeit kannst wirklich nur du erledigen? Vielleicht ist es nicht für immer, vielleicht nicht die wichtigste Aufgabe, aber gib sie ab! 

Mich hat damals meine Mama besucht. Sie hat für mich gekocht, den Haushalt geschmissen und sich um den Garten gekümmert. Sie hat mich aus dem Haus bewegt, um mal Rad zu fahren und frische Luft zu schnappen. Sie konnte zwar nicht meine Thesis schreiben, aber sie konnte mir den Rücken freihalten – und das verdammt gut. (Danke Mama!)

Für mich fühlt es sich an, als hätte ich mich gerade ein bisschen nackig ausgezogen. There you have it. Ich bin auch nur ein Mensch. Ich habe Gedanken und Gefühle wie du. Ich mache mir Sorgen um die Dinge, die mir wichtig sind und ich mache Fehler, die mich um Erfahrungen bereichern. Ich habe Grenzen, die ich ab und zu auf meine eigenen Kosten überschreite. Ich schäme mich nicht dafür..

Falls du zu einem der Themen mehr erfahren möchtest, dann lass es mich gerne wissen. Ich könnte stundenlang darüber referieren, aber würde mich vielmehr über einen netten Austausch a la Coffee Date Style freuen. Lass mich wissen, dass ich nicht alleine bin!  

Schreibe einen Kommentar