Hühnerrettung

Eigentlich wollte ich letzte Woche schon diesen Beitrag verfassen, doch irgendwie war ich dann doch ganz schön mitgenommen von den Ereignissen und habe es nicht mehr geschafft. Dafür möchte ich dir heute von der Hühnerrettungsaktion letzten Sonntag erzählen.

Wie du vielleicht schon weisst, brauchte Gustaf der schwedische Blumenhahn ein neues zu Hause und kam so zu uns. Natürlich sollte er auch Damengesellschaft haben, so dass ich mich entschlossen habe ein paar Hennen aus ehemaliger Bodenhaltung einen Platz zu geben. (Danke nochmal an Jana für den Tipp!)

Puh!!! Bereits in England hatte ich Hennen aus ehemaligen Legebatteriebetrieben (das war noch bevor diese Haltungsform verboten wurde). Die sahen echt übel aus als sie ankamen und es war sooo schön mitzuerleben, wie sie langsam aufblühen. Eigentlich wusste ich ja, worauf ich mich einlasse und was mich erwarten wird.

Hühnerrettung oder Zuchtgeflügel? Was ich erlebt habe, als ich mich entschloss ein paar Damen aus ehemaliger Bodenhaltung eine zweite Chance zu geben.

Meine Eltern waren zu Besuch, so dass ich mit meiner Mama zum besagten Treffpunkt des Stark für Tiere e.V. Teams kam, um die 4 Damen abzuholen. Der erste Eindruck war wirklich erschreckend – fast alle Tiere sind zerpickt und teils mit blutigen Stellen, sind fast komplett nackig und haben zum Teil gekappte Schnäbel. Die Kämme aller Hennen waren blass, fast weiss, und hingen schlapp zur Seite hinunter.

Kurzerhand haben wir 6 Hennen mitgenommen, da eine Adoptantin abgesprungen ist. Unvorstellbar, da einen Rückzieher zu machen.. Eine der Hennen, jetzt Mechthild genannt, hat einen vormals gebrochenen Flügel und fiel die erste Nacht direkt von der Stange vor Schwäche, so dass sie am nächsten Tag humpelte. Nach zwei Tagen Ruhe im eigenen Gehege lief sie wieder ganz normal und sieht auch schon deutlich fitter aus.

Mechthild und ihre Grünleger Freundin Isolde haben mich besonders betroffen. Beide haben sich die ersten beiden Tage immer in eine Ecke gekauert und in eine Art Trance/Schlaf versetzt, da ihnen einfach alles viel zu viel war. Alle Hennen aus Bodenhaltung haben sich auch den ersten Tag nicht ein einziges Mal aus dem Stall heraus getraut. Der arme Gustaf wusste einfach nicht mehr weiter. Kaum zu glauben, dass ihnen bisher so eine grundlegende Sache wie Sonnenlicht verwehrt geblieben ist.

Doris ist mir jetzt schon besonders ans Herz gewachsen. Sie kommt ständig zu mir, sucht nahezu den Kontakt zu uns Menschen und auch zu Skye. Außerdem ist sie so neugierig, dass ich nur noch auf den Tag warte, an dem sie im Hausflur steht 🙂

Hühnerrettung oder Zuchtgeflügel? Was ich erlebt habe, als ich mich entschloss ein paar Damen aus ehemaliger Bodenhaltung eine zweite Chance zu geben.

Jetzt, nach einer Woche, sind alle fleißig am Gärtnern und nehmen täglich Sonnen- und Sandbäder. Auch den frischen Wind scheinen sie zu geniessen und hüpfen hoch in die Luft um sich Fliegen oder ähnliches zu fangen. So langsam sehe ich auch neues Gefieder im Anmarsch, so dass sie hoffentlich bald nicht mehr nackig sein werden.

Ich bin so froh, dass wir den Damen ein neues zweites zu Hause bieten können und finde den Gedanken unvorstellbar, dass irgendjemand sie einfach „aussortiert“ hätte. Die Tragik an dem Ganzen ist nämlich, dass sie selbst in ihrem schwachen Zustand täglich Eier legen. Ich hoffe, dass sie alle sich bald eine Auszeit gönnen werden, um völlig fit zu werden.

Hühnerrettung oder Zuchtgeflügel? Was ich erlebt habe, als ich mich entschloss ein paar Damen aus ehemaliger Bodenhaltung eine zweite Chance zu geben.

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