Fiete – ein Jungpferd in der Ausbildung

Hallo ihr Lieben!
Heute habe ich das Vergnügen für Science for Soundness einen Blog Beitrag zu schreiben und möchte euch gerne an meinen Erfahrungen mit Steffi teilhaben lassen.

Kurz zu mir, ich heiße Svea, bin 33 Jahre alt und mit Pferden aufgewachsen.

Ich habe lange nach einer geeigneten Trainerin gesucht, nach jemandem, für den das Wohl des Pferdes und seine Gesunderhaltung (sowohl psychisch als auch physisch) an erster Stelle stehen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass Steffi seit circa einem Jahr meine Trainerin ist. Seitdem hat sich bei mir viel getan.

Schon seit Jahren habe ich davon geträumt, mir ein eigenes Jungpferd zu kaufen und es selbst auszubilden. Mithilfe Steffis toller Beratung und ihrem sicheren Gespür für Mensch und Pferd habe ich Fiete gefunden, einen damals 4-jährigen Paint Wallach.

Seitdem Fiete im letzten Sommer bei mir eingezogen ist, haben wir viele Einheiten mit Steffi gemacht und seit Januar sind wir bei ihr in der monatlichen Intensivbetreuung. Ich hätte mir niemals zugetraut ein Jungpferd allein auszubilden aber Dank Steffis engmaschiger Hilfe erfülle ich mir nun diesen Traum.

Für uns sieht die Intensivbetreuung so aus, dass wir immer abwechselnd mit Fiete arbeiten. So lerne ich etwas, wenn ich Steffi bei der Arbeit mit Fiete zuschaue und Steffi hat ein Auge auf mich, wenn ich mit Fiete arbeite. Je nach Bedarf kommen auch mal Einheiten mit Pferdemassage oder das Anpassen von Zaumzeug oder Sattel dazu.

Als Fiete letztes Jahr zu mir kam, hatte er das Führen im Schritt und Trab noch nicht richtig gelernt, wir haben also ganz von vorne angefangen und legen viel Wert darauf, ihm eine solide Basis zu schaffen. Mittlerweile genießen wir große Spaziergänge und arbeiten viel an der Longe (nicht nur im Kreis!).

Eine typische Einheit auf dem Platz dauert meist zwischen 15-30 Minuten. Steffi schaut zu Beginn einer Einheit immer, wie Fiete überhaupt drauf ist und achtet sehr darauf, ihn mental und körperlich nicht zu überfordern. Nach 15 min konzentrierter Mitarbeit zeigt er meist schon deutliche Anzeichen von Müdigkeit, indem er während der kurzen Pausen die Augen schließt und den Kopf hängen lässt.

Fiete ist sehr empfindlich mit der Gerte und bei Ansatzweise zu viel Druck explodiert er schnell. Das Explodieren sieht so aus, dass er steigt oder bockend über den Reitplatz fetzt. Daran arbeiten wir seit Monaten und es zeigt sich langsam, aber stetig, eine Verbesserung.

Fiete kann die Gerte besser als Hilfe annehmen und schafft es nun, im Schritt und Trab seine Runden zu drehen ohne ständige Ausraster. Für uns ein großer Fortschritt, den wir nun verfestigen wollen.

Nicht nur Fiete, sondern auch ich habe viel von Steffi gelernt. Ich glaube, meine bisher wichtigste Erkenntnis ist, dass ich Fiete niemals für falsches Verhalten bestrafe (indem ich zB mehr Druck erzeuge), sondern sein Verhalten möglichst ignoriere oder ihm Verhaltensalternativen aufzeige und dabei ganz ruhig bleibe und tief durchatme. Tief durchatmen, weil ich schnell dazu tendiere mich über sein Verhalten zu ärgern und Ärger ist in der Situation völlig fehl am Platz 😉

Hierzu ein ganz konkretes Beispiel aus unserer Arbeit: Fiete geht im Schritt an der Longe und kommt immer weiter in den Zirkel rein, obwohl ich möchte dass er ganz ruhig im Schritt seine Runden dreht. Zeige ich nun mit der Peitsche auf seine Schulter, um den Zirkel wieder zu vergrößern und ihn raus zu schicken so reagiert er mit weglaufen im Trab.

Eine typische Situation, in der von meiner Seite aus Ruhe bewahren gefordert ist. Mittlerweile schaffe ich das auch in 99% der Fälle 😊
Wann immer möglich, versuchen wir positives Verhalten zu verstärken, Steffi hat zusätzlich ein ausgezeichnetes Gefühl für Timing und weiß immer, wann sie die Session beenden muss, so dass es für Fiete ein Erfolgserlebnis war.

Falls ihr euch an dieser Stelle angesprochen fühlt, kann ich euch nur Steffis Online Kurs „Mindset und Pferde“ ans Herz legen – es ist die beste Möglichkeit sich persönlich weiter zu entwickeln und dadurch dem eigenen Pferd etwas Gutes zu tun. Mir hat es auf meinem Weg schon so viel gebracht.

Ich habe beispielsweise aufgehört, Fiete mit Leckerli zu belohnen und ihn im nächsten Moment zu tadeln, wenn er meine Taschen durchsucht hat. Stattdessen bin ich dazu übergegangen ihn mit Pausen und Kraulen aktiv zu belohnen. Lediglich beim Spaziergang, in für ihn stressigen Situationen (z.B. große Landmaschinen), belohne ich noch mit Leckerli. Auf der Weide gibt es nichts mehr aus der Hand. 🙂

Außerdem habe ich gelernt darauf zu achten, ob Fiete satt und ausgeschlafen in die Arbeit startet. Früher habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Jetzt kenne ich seinen Tagesrhythmus besser und achte darauf, nicht zu seinen Schlafenszeiten mit ihm Arbeiten zu wollen.

Auch meine eigene Stimmung habe ich seit dem Kurs mehr im Blick, wenn ich zum Beispiel einen schlechten Tag hatte und total abgenervt bin, dann versuche ich nach Möglichkeit Steffi zu bitten mit Fiete zu arbeiten oder schaue, ob Fiete überhaupt Lust hat mit mir zu arbeiten. Er zeigt es sehr deutlich, indem er einfach weg geht, wenn ich das Halfter habe und ihn holen möchte. Bisher ist uns das auch nur einmal passiert, aber ich habe ihn an dem Tag dann auch einfach in Ruhe gelassen. 🙂 

So schaffe ich eine respektvolle Basis in unserer Arbeit, sowohl Mensch als auch Pferd haben ein gleichwertiges Mitspracherecht.

Es gefällt mir sehr, dass Fietes Ausbildung so gewaltfrei, positiv und liebevoll verläuft, ohne Steffi wäre ich nie so weit gekommen. Danke dafür ❤️

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